Vorträge

15. November 2015

Vorstellung der GAK-Jubiläumsausgabe 100 mit Festakt auf Schloß Malberg

 

Seit nunmehr 25 Jahren erscheinen die Beiträge zur Geschichte des Bitburger Landes, herausgegeben vom Geschichtlichen Arbeitskreis (GAK) Bitburger Land. Das Jubiläumsheft Nr. 100 ist am 13. November 2015 erschienen. Zum Thema haben wir 26 Burgen und Schlösser des Eifelkreises Bitburg-Prüm gewählt.

 

Im ehrwürdigen Schloss Malberg wurde am 15. November in einem Festakt dieses Themenheft mit 126 Seiten vorgestellt. Nach den Eröffnungsreden von Dr. Christian Credner, Verbandsbürgermeister Josef Junk und dem GAK Geschäftsführer Ralph M. Schmitz und der Ansprache des Kreisbeigeordneten R. Rinnen i.V. des Landrates hielt der Luxemburger Historiker Claude Jean Herman einen interessanten Vortrag über den „Ursprung der letzten Herren von Malberg“.

 

Einige der Autoren dieses Heftes sind seit Jahren mit einer Burg oder einem Schloss eng verbunden. Wir haben sie gezielt um Mitarbeit gebeten und danken ihnen und auch den anderen Autoren, die sich erst in die Historie und den jetzigen Bestand einarbeiten mussten, für die erbrachte Leistung ohne Honorar. Ein herzlicher Dank des Vorstandes geht auch an mehrere Sponsoren, wie die Dr.-Hanns-Simon-Stiftung, die Kreissparkasse Bitburg-Prüm und das Volksbildungswerk der Verbandsgemeinde Bitburger Land. Ohne finanzielle Zuschüsse wäre diese um fangreiche und durchweg in Farbe erscheinende Ausgabe für uns allein nicht finanzierbar gewesen.

 

Diese Jubiläumsausgabe sehen wir zugleich als unseren Beitrag zur diesjährigen 1300-Jahrfeier der Stadt Bitburg. In diesem Heft sind in alphabetischer Reihenfolge die Burgen und Schlösser einzeln beschrieben und können durch Hinweise in den Randspalten leicht gefunden werden. Das Heft dient somit auch im touristischen Bereich für eine Art Bestandsaufnahme der historischen Burgen und Schlösser im Eifelkreis.

 

17. Oktober 2014

„Eine antike Formel-I Rennstrecke in der Eifel?“

 

Der 1. Vorsitzende des GAK, Dr. Christian Credner, betreibt seit über 10 Jahren Luftbildfotografie (Kite-Aerial-Photography) mit dem Ziel, historische Bodendenkmäler aufzuspüren. Aus der Vogelperspektive verraten sich im Boden liegende Steinfundamente durch Minderwuchs oder Verfärbung des Bewuchses. Im Sommer 2011 entdeckte Dr. Credner auf diese Weise westlich von Dudeldorf-Ordorf (Kreis Bitburg-Prüm) einen bis dahin unbekannten Grundriss (vgl. Abb. 1). Eine erste Untersuchung an dieser Stelle ergab, dass es sich um Mauerwerk aus der Römerzeit handelt, das nur wenig unter der Oberfläche verborgen die Zeit überstanden hat. Bei starkem Minderwuchs des Getreides über dem Mauerwerk führt der schräge Lichteinfall zu Schatten- und Aufhellungslinien – dies macht die Erkennung der im Boden verborgenen Gebäudereste erst möglich. Außerdem markieren durch den Pflug herausgerissene Steine im geeggten Acker die verborgenen Fundamentmauerreste.

 

Luftbild Circus Ordorf

Abb. 1

Gebäudegrundrisse bei Dudeldorf-Ordorf im Kreis Bitburg-Prüm. Innerhalb einer Umfassung von 100 x 80 m und ca. 35 m weiter nach Westen hin ein Viertelkreisbogen mit einem Radius von ca. 50 m. In Google Earth befindet sich die Struktur auf dem Schnittpunkt der Koordinaten 49° 58‘“42.64“,6°37’46.97“

Drachenluftbild vom 4. Juli 2011: Christian Credner

 

Bei genauer Betrachtung des Luftbilds zeigen sich auf dem Getreidefeld die ausgedehnten Fundamente zweier symmetrisch angeordneter Gebäudeteile, die von einer Doppelmauer umgeben sind. Ein Feldrain schneidet diese Anlage heute in Nord-Süd-Richtung. Unweit dieses markanten Grundrisses ist ein gemauerter Kreisbogen mit Öffnung nach Westen erkennbar, der einen Radius von etwa 50 m hat.

 

Die Interpretation dieses Fundes gibt seit seiner Entdeckung Rätsel auf. Ein vergleichbarer Grundriss aus römischer Zeit ist nämlich nicht bekannt. Auch gibt es keine Vergleichsfunde, nach denen sich das einstmals aufstehende Gebäude und seine mögliche Verwendung rekonstruieren ließen.

 

Eine kleine abgegriffene Münze aus der späten Kaiserzeit als Indiz nehmend, wird von archäologischer Seite vermutet, dass eine prunkvolle Gartenarchitektur des 1. Jh. n. Chr. hinter diesem Fund steckt. Dies überzeugt jedoch nicht, da wichtige Merkmale und weitere Indizien nicht einbezogen oder vielleicht fehlgedeutet wurden. Außerdem: für wen wäre dieser Garten einst angelegt worden? Eine römische Villa, direkt dabeigelegen, findet sich nicht.

 

Aktuell wird die These diskutiert, es könne sich hier um die Fundamentreste eines Gestüts aus dem 3. - 4. Jh. n. Chr. handeln, an das eine Trainings-Rennbahn für Wagenrennen angegliedert war. Dr. Credner trägt 10 Punkte vor, die für dieses Szenario sprechen: Die Lage und Größe der Anlage innerhalb des Langmauerbezirks, das Fehlen einer römischen Villa rustica in direkter Nachbarschaft, der Viertelkreis als möglicher Teil einer Rennbahn, die eine Abmessung von 480 x 80 m gehabt haben könnte (damit in etwa dem Trierer Circus vergleichbar ist). Die Achsenabweichung von 17° nach Süden, etwa West-Süd-West, ist durch die Topographie vorgegeben. 350 m westlich des Wendebogens markieren im Luftbild ein T-förmiges Gebäude – wahrscheinlich eine Beobachtertribüne-, ein 4 x 5 m messendes Fundament einer Plattform und eine weiter nach Süden um 6° abknickende, 80 m lange Mauer, die nördlich Bande der Laufbahn. Von der südlichen Bande sind ab dem Kreisbogen gut 25 m (in einer Geomagnetometer-Aufzeichnung) erkennbar, ebenfalls um 17° nach Süden gerichtet. Daraus resultiert eine Bahnbreite von 80 m. . Man kann sich also vorstellen, dass an diesem Ort die Eigentümer des Gestüts Pferde und Wagenlenker auf die Wettkämpfe im Circus der nahe gelegenen Kaiserstadt Trier vorbereitet haben.

 

Ludi circenses – Wettkämpfe wie Pferderennen, Wagenrennen und Geschicklichkeitsvorführungen auf dem Pferd - waren in Rom und in allen römischen Provinzen ein äußerst beliebter Unterhaltungssport, an dem alle Schichten großes Interesse zeigten. Unter den spätrömischen Kaisern fanden in den drei Circi Roms an fast allen Tagen Veranstaltungen statt; unter Caligula wurden es sogar bis zu 34 Rennen täglich! Während es für die breiten Schichten ein kostenloser Zeitvertreib war, erzielten die berühmtesten Rennstallbesitzer und Wagenlenker hohe Einnahmen. So soll sich ein gewisser Diokles nach tausenden gewonnener Rennen mit einem Betrag von 35 Mio. Sesterzen zur Ruhe gesetzt haben, auch in heutiger Währung ein hoher Millionenbetrag.  

 

Die Wagenrennen waren auch in den römischen Provinzen Germaniens die beliebtesten Großveranstaltungen. Auch die Augusta Treverorum verfügte über einen Circus, nördlich von Kaiserthermen und Amphitheater gelegen und in der Größe vergleichbar mit dem Circus Maxentius in Rom (ca. 480 x 80 m). Man kann annehmen, dass die Rennstalleigner nicht alle in der Augusta ansässig waren, sondern auch im Umland, wo auf Ländereien Pferdezucht für Militär und Gewerbe betrieben wurde und durch diese lukrative Einnahmequelle auch der Aufbau eines Rennstalls möglich war. Um zu den Besten zu gehören – sie traten in den Farben Blau, Weiss, Rot oder Grün an – war es auch notwendig, Pferde und Lenker nahe beim Gestüt zu trainieren.

 

Natürlich haftet diesem Szenario viel Spekulatives an, weil handfeste Belege derzeit fehlen. Die archäologischen Untersuchungen müssen ausgeweitet werden, Belege für das Für und Wider gesammelt werden. Bleibt zu hoffen, dass die Grabungsbudgets des Landesamtes dies in nächster Zukunft erlauben, um Aufschlüsse über diesen rätselhaften, elektrisierenden Fund zu erhalten.

 

 

 

 

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24. Oktober 2013

„Das Leben an den Römisches Fernstraßen“

 

Die Großregion Trier ist, wenn man es historisch betrachtet, eine überaus bemerkenswerte Kulturlandschaft. Nur wenigen ist es geläufig, dass hier vom Beginn unserer Zeitrechnung an eine antike Großmacht über 400 Jahre lang bestanden hat. Das Trierer Land war fester Bestandteil des Römischen Reiches und Trier war in der späten Kaiserzeit sogar Hauptstadt des Römischen Westreichs.

 

Nachdem im März Patrick Reinard von der Universität Marburg die Thematik "Leben und Wirtschaften in den Villen des Trierer Landes" eingehend beleuchtet hat, beschäftigt sich Referentin Rosemarie Cordie diesmal mit dem Leben an römischen Fernstraßen, dargestellt am Beispiel der VIA AUSONIA, einer bedeutenden Fernstraße über den Hunsrück. Dr. Cordie ist Leiterin des Museums Belginum und gleichzeitig wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Trier, Fachbereich Klassische Archäologie.

 

 

Vortrag Cordie 1

Bei der Eröffnungsansprache am 24. Oktober 2013 von Dr. Credner war der Festsaal des Hauses Beda in Bitburg sehr gut besucht.

 

08. März 2013

„Römisches Leben und Wirtschaften in den Villen des Trierer Landes“

 

Eroeffnungsansprache Dr. Credner

Eröffnungsansprache durch den Vorsitzenden des Geschichtlichen Arbeitskreises Bitburger Land, Herrn Dr. Christian Credner

 

Auditorium Beda Haus

Über 50 Zuhörer aus Bitburg und Umgebung versammelten sich im Festsaal des Hauses Beda

 

Vortrag Patrick Reinard

Der Experte für Alte Geschichte der Universität Marburg, Patrick Reinard, beginnt nach der Begrüßungsrede mit seinem Vortrag

 

Oktober 2012

„Die Römische Villa Otrang/Fließem im Spiegel neuer Forschungen“

 

Dr. Credner führt ein

Dr. Credner (links) vom GAK beim Vorwort zu dieser Veranstaltung

 

Großes Interesse

Über 70 Zuhörer waren zum Vortrag von Dr. Göthert ins Fließemer Gemeindehaus gekommen.

 

Dr. Goethert und Dr. Credner nach dem Vortrag

Dr. Göthert und Dr. Credner nach dem Vortrag.

 

 

Vortragsimpressionen

 

 

Blick in den Festsaal von Schloss Malberg nach Überreichung des Jubiläumsbandes Nr. 100 vom Geschichtlichen Arbeitskreis Bitburg-Land

Verbandsbürgermeister Josef Junk (zweiter von

links) im Gespräch mit Gästen

Dr. Christian Credner (rechts) überreicht Claude

Jean Herman ein Präsent nach seinem Festvortrag

über den Ursprung der letzten Herren von Malberg

 

 

 

 

Vortrag Dudeldorf Ordorf 1

Referent Dr. Credner während des Vortrags im gut besetzten Vortragssaal des Beda Hauses Bitburg.

am 17. Oktober 2014

Vortrag Credner 2

Referent Dr. Credner erläutert die Argumente für

das Szenario "Pferderennbahn"

 

 

 

 

Vortrag_Cordes_2

Die Leiterin des Archäologieparks Belginum, Frau Dr. Rosemarie Cordie beim Vortrag über die römischen Fernstraßen. Die Referentin  ist wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Trier im Fachbereich klassische Archäologie.

Vortrag Cordie 3

Blick auf die Bühne des Festsaals des Hauses Beda. Etwa 80 Personen hatten diese Vorlesung besucht. Auch viele Gäste aus dem Prümer Land waren zu diesem Vortrag angereist.

Vortrag Cordie 4

Nach Abschluss des interessanten Vortrags von Frau Dr. Rosemarie Cordie überreicht der Vorsitzende des Geschichtlichen Arbeitskreies Bitburger Land, Herr Dr. Credner, ein typisch Eifeler Präsent an die Referentin.

 

 

 

 

 

Grundrisse

Erklärung der Grundrisse römischer Villen mit ihren Wirtschaftsgebäuden

Auditorium

Gespannt verfolgen die Zuhörer die neuesten Erkenntnisse der Wissenschaft über das Leben in den Eifeler Römervillen

Farator Inschrift

Es gab auch interessante Erläuterungen vom Vortragenden über die Bitburger Inschriften

Patrick Reinard

Patrick Reinard beim Schlusswort. Danach konnten die Zuhörer noch Fragen zu diesem Thema stellen

Diskussion

Nach der Diskussion über viele noch nicht geklärte Objekte in der Eifelregion spricht Dr. Credner das Schlusswort

Reinhard und Credner

Patrick Reinard und Dr. Credner

Präsent

Zum Schluss noch ein kleines Präsent als Dank für den hervorragenden Vortrag

 

 

 

 

 

Klaus Schnarrbach, Dr. Göthert und Dr. Credner

 

Der Ortbürgermeister von Fließem, Klaus Schnarrbach (links) diskutiert mit Dr. Göthert dem Grabungsleiter in Otrang vom Landesmuseum Trier (rechts) und dem Vorsitzenden des GAK, Dr. Credner über die neuesten Ausgrabungsergebnisse in Otrang.

 

Begrüßung durch Bürgermeister Schnarrbach

 

Klaus Schnarrbach (links) spricht vor dem Vortrag Grußworte an die zahlreichen Zuhörer. Rechts in römischer Legionärsuniform Edgar Comes von der Milites Bedensis.

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